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Walpenorgel  

 


DIE WALPENORGEL (1842-44 erbaut)

Seit den 1980er Jahren nicht mehr in Betrieb
(1842-44 erbaut von Thomas Silvester Walpen, 1853 versetzt und erweitert,
2003 restauriert nach 1844/53)
im Stiftsbezirk der Hofkirche Luzern
(Quellen: Werner Endner © 2000)

Disposition
Geschichtliches
Bericht Orgelbau Kuhn
 

 

   

Geschichtliches

Trotz markanter Eingriffe ist ein grosser Teil an Originalsubstanz wie bei keiner andern Orgel dieses Schweizer Orgelbauers (Walpen) vorhanden. Das Pfeifenwerk ist weit gehend vorhanden, ebenso der Prospekt der Orgel. Praktisch unversehrt geblieben sind auch die originalen Windladen. Ebenso konnten die Originalpositionen des Spieltisches und der Pfeifen ermittelt werden. Zum Vorschein kamen alte Balgplatten und der ursprüngliche Verlauf der Mechanik.

Die grössten Pfeifen sind aus Tannenholz mit Birnbaumholzeinlagen. Die grossen Holzpfeifen sind leichter als Zinnpfeifen. Fehlende Holzpfeifen wurden neu geschreinert; ebenso entstanden so weit als nötig neue Pfeifen aus einer Zinn-Blei-Wismuth-Legierung, welche der Pfeifenmacher zusammengiesst und verarbeitet.
Zuvor wurden alle Pfeifen auf Grund ihrer Signaturen sortiert und nach der Originaldisposition neu zusammengestellt; bei früheren Umbauten wurden zahlreiche Pfeifen versetzt.

Die Orgelbauerfamilie der Walpen stammt wie dasjenige der Carlen aus dem Wallis. Dass der gegenwärtig (seit 1992) amtierende Denkmalpfleger Georg Carlen im Walpenprokjekt mitverantwortlich zeichnet, darf als glückliche Verbindung zum geschichtlichen Wallis bezeichnet werden!

Als Stammvater der Walpen erscheint uns Johannes Walpen, 31.August 1723 in Reckingen bis 21. März, der Neffe des Orgelbauers Matthäus Carlen, 1691 - 1749, war. Es darf daher angenommen werden, dass er Schüler und Mitarbeiter Carlens war. Der Bruder des Johann Walpen namens Joseph Jgnaz arbeitete als bekannter Glockengiesser.
Die drei Söhne Johann Walpens betätigten sich ebenfalls im Orgelbau.
Joseph Ignaz Walpen, geboren am 10. Dezember 1761 und verstorben am 8. Mai 1836, wirkte in Reckingen, wo er als "organorum confector " bezeichnet wird. Johann Silvester Walpen I, in Reckingen am 10. Juli 1767 geboren und am 16. Februar 1837 in Luzem verstorben, war mit Katharina Carlen verheiratet und zog 1802 nach Luzem. 1804 gebar Katharina Walpen - Carlen einen Sohn, Silvester Walpen II, der bis zu seinem Tod 1857 in Luzem gleichfalls als Orgelbauer wirkte und als Erbauer der Chororgel in der Hofkirche im Jahre 1842 den Bauvertrag zur Erstellung des Instrumentes unterzeichnet hatte. In dessen Geschäft arbeitete auch der um sechs Jahre jüngere, 1810 geborene Bruder, Georg Walpen.