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Die Gaben flossen überaus reichlich. Die neue Kirche sollte grösser,
schöner und herrlicher werden als das alte romanisch-gotische Gotteshaus.
Als Baumeister der neuen Kirche wurde der Jesuitenbruder Jakob Kurrer
berufen. Am 1.September 1633 fand die Grundsteinlegung statt, und
schon am 9.April 1638 konnten die Gottesdienste regelmässig in der
neuen Kirche gefeiert werden.
Schon im Jahre 1634 hatten Regierung und Stift Ausschau nach einem
guten Orgelbauer zu halten begonnen. Mit einer Antwort vom 1 0.
April 1634 empfiehlt der Abt Franziskus von Weingarten einen Orgelfachmann
Johann Kittel von Thüringen. Zwei Jahre später wandte man sich an
den Orgelmacher Lechentacher.
Inzwischen waren bereits zwei kleinere Orgeln gebaut worden. Die
südliche Chororgel hatte - so die Luzerner Ratsprotokolle (LXVI,
105) - 816 Pfeifen und die andere, gegen die Propstei (Norden),
deren 537. Wer diese zwei Werke gebaut hat, ist nicht klar nachzuweisen.
Das Protokoll vom 3. August 1639 spricht von den zwei Orgeln, die
«gegen den Chor gestellt wurden». Etwa zu gleicher Zeit befand sich
noch eine dritte, tragbare Orgel in «der Ecke hinter dem Gitter
gestellt» (beim Kreuzaltar). Diese drei Orgeln wurden für die werktäglichen
(Südorgel) und sonntäglichen (Nord) Gottesdienste verwendet. Die
beiden Chororgeln, deren Fassaden die Bogen ob den Seitenaltären
ausfüllten, waren eine «wesentliche Zierde der Kirche». (Franz Xaver
Schwytzer von Buonas, Die Altäre und die grosse Orgel in der Stifts-
und Pfarrkirche zu St. Leodegar in Luzern und ihre Renovation, 1862,'Heft
11, 3.) (Im 19.Jahrhundert wurden dann diese beiden Orgeln abgetragen.
Die Südorgel wurde für 400 Franken nach Greppen verkauft. Auf der
Nordseite baute in den Jahren 1842/43 Silvester Walpen ein neues
Werk mit 25 Registern.) Für den Bau der grossen Orgel, an der Westwand
des Mittelschiffes, liess man sich Zeit; die Orgelbaufrage wurde
mit Bedacht an die Hand genommen. Zu einem Entschluss kam es erst
am 26. Juli 1640, als ein «Verding» für den Bau einer grösseren
Orgel mit Johann Geissler, Orgelmacher aus Salzburg, abgeschlossen
werden konnte (B. Fleischlin / F. A. Herzog, Die Hofkirche zu Luzern,
Luzern 1944, 97). Geissler verpflichtete sich, eine neue Orgel mit
48 Registern und 2826 Pfeifen zu bauen. Die Registerdisposition
ist abgedruckt bei F. J. Breitenbach, Die grosse Orgel der Hofkirche
in Luzern; Eine baugeschichtliche Skizze, Luzern 1920, 8.
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